Stolz verkündet der Rektor, Herr Ostendorf, zur Begrüßung der 1200 ErstsemesterInnen, dass die HSNR die beliebteste Hochschule in NRW ist. Doch bei inzwischen 138% Auslastung weiß auch er, dass die Qualität der Lehre unter der Überfüllung leidet. Deswegen ist so einiges geplant, was dann in den örtlichen Medien auch gerne mal durcheinander geworfen wird; deshalb versuchen wir‚ mal Licht ins Dunkel zu bringen.
Das Land NRW will in bestehenden Fachhochschulen insgesamt 2500 neue Studienplätze schaffen. Die HSNR hat sich darum beworben, davon 1000 Plätze zugeschrieben zu bekommen, die vor allem den Ingenieurdisziplinen (im besonderen der Kooperativen Ausbildung) zugute kommen sollen. Ein richtiger Schritt, um die Überlast zu minimieren, solange dadurch die Plätze auf dem Papier den realen Studierendenzahlen angepasst werden. Frühestens im Dezember wird das Land entscheiden, bis dahin sollten wir alle die Daumen drücken.Ein weiterer guter Schritt ist der geplante Ausbau des Standortes Mönchengladbach. Die Gebäude gehören dem Land, verwaltet werden sie aber durch den BLB (Bau und Liegenschaftsbetrieb). Die Hochschule als Mieter kann über den HSEP (Hochschulstandort Entwicklungsplan) auf Baumaßnahmen einwirken und hat dies auch getan. Erhofft wird jetzt, dass im nächsten Jahr mit dem Modul 1 begonnen wird. Dabei sollen u.a. die Gebäude Wirtschaftswissenschaften, Textil- und Bekleidungstechnik und Sprachzentren angegangen werden. Insgesamt sind bis 2013 Modernisierungen in einem Volumen von 25 Mio Euro angepeilt. Und wieder heißt es: Daumen drücken.
Diese zwei begrüßenswerten Vorhaben wurden allzu oft mit einem dritten durcheinander geworfen: Das Land möchte 7500 Studienplätze für neue Fachhochschulen schaffen. Unausgesprochen geht es um Leuchtturm – Projekte, die das Prestige des Landes (und ihrer Regierung) steigern sollen. Doch was hilft das den chronisch unterfi nanzierten und schlecht ausgestatteten Hochschulen? Sollten nicht erstmal bestehende Mängel beseitigt werden? Wie lange hält der Glanz der neuen Hochschulen, wenn danach die gleiche Unterfinanzierung droht?
Für Mönchengladbach ist konkret an die Einrichtung der Studiengänge „Energiewirtschaft und Lebensmitteltechnologie“ gedacht, ein möglicher Standort wäre das JHQ Gelände. Doch auch Neuss bewirbt sich und hat als Geschenk zwei Stiftungsprofessuren im Gepäck. Damit möchte Neuss dann neben Krefeld und Mönchengladbach der dritte Standort der HSNR werden.
Mögen die Studiengänge noch so schön klingen, Entlastung bringen sie keine. Im Gegenteil, sie wollen verwaltet und erhalten werden.
Hier sollte sich jede/r überlegen ob das Daumendrücken nicht lieber zugunsten weiterer Mitbewerber aus Wesel und Moers ausfällt, oder besser noch zugunsten des Scheiterns von jeglichen Leuchtturm-Projekten.





