Anders als die Studierenden müssen die Schüler noch keine Gebühr zahlen. Die Schulbildung ist jedoch nur auf dem Papier kostenlos. Deswegen plant die Bundesregierung für Kinder von Hartz IV EmpfängerInnen ein „Schulbedarfspaket“:
100 € zu Beginn des Schuljahres sollen helfen, Unterrichtsmaterialien wie Ranzen, Hefte und Stifte zu kaufen. Das ist erstmal ein Schritt in die richtige Richtung.
Trotzdem bleiben die 100 € ein Tropfen auf den heißen Stein, da pro Schuljahr und Kind im Durchschnitt 700 bis 800 € für deren Schulausbildung anfallen (Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie).
Darin enthalten sind auch Klassenfahrten, die laut aktuellem Urteil des Bundessozialgerichts bei Hartz IV EmpfängerInnen übernommen werden.
Der eigentliche Skandal aber ist, dass diese Zahlung nur für Kinder bis zum 10. Schuljahr gilt - also mit der gesetzlichen Schulpflicht endet. Doch gerade der Besuch weiterführender Schulen geht noch mehr ins Geld. So manche/r Hartz IV EmpfängerIn wird sich da überlegen, ob sie es sich leisten kann, ihr Kind auf das Gymnasium zu schicken.
Manches begabte Kind wird so in eine Lehre gezwungen und von der Hochschulqualifikation abgehalten.Die soziale Selektion fängt also schon in der Schule an und wird dann mit Studiengebühren fortgeführt.
Dies ist ein falscher Weg: Deutschland muss seine „Begabungsreserven“ voll ausnutzen, wir brauchen gut ausgebildeten Nachwuchs, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.





