Bei einer Umfrage haben sich vor gut einem Jahr die meisten Studierenden für das NRW-Ticket ausgesprochen, also für die freie Fahrt von Rheine bis nach Bad Münstereifel, von Kleve bis weit hinter Paderborn. Das StuPa ist dann diesem Votum gefolgt und hat bis Ende des Wintersemesters 2009/10 dem Vertrag zugestimmt. Jetzt geht es in die Verlängerung und dabei steht dann auch eine Erhöhung des Anteils für das NRW-Ticket um 1,80 Euro an. Somit könnte die Frage NRW-Ticket Ja oder Nein zum Wahlkampfthema bei der kommenden StuPa Wahl werden. Zu recht?
DIE LINKE. Mönchengladbach hat den Schritt hin zum NRW-Ticket klar begrüßt. Es ist eine solidarische und ökologische Weise, Mobilität für alle umzusetzen. Wer 38,90 Euro im Semester für das NRW-Ticket im Wahlkampf ausschlachtet, spielt mit Emotionen.
Jedes Semester drücken die Studierenden 500,- Euro ab, um ein Grundrecht zu erhalten: Bildung! Der Staat zieht sich mehr und mehr aus den gesellschaftlichen Aufgaben zurück und finanziert statt dessen durch Manager in die Krise gewirtschaftete Banken und Großunternehmen. Genau diese Manager haben aber noch ein gebührenfreies Studium erhalten, genau wie unsere PolitikerInnen.
Bisher konnte nicht gezeigt werden, wo die Studiengebühren wirklich positiv auf die Qualität der Bildung wirken. Aber es hat sich gezeigt, dass immer weniger Menschen aus finanziell schwachen und bildungsfernen Schichten ein Studium aufnehmen.
Und 18% der Studiengebühren fließen in den Ausfall Fonds an die NRW Bank. Somit müssen Studierende nicht nur für ihre eigene „Kredit-Deckung“ sorgen, sondern auch noch den Bänkern Geld für Spekulationen auf dem Finanzmarkt stellen.
Studiengebühren sind also durchweg unsozial! Mit ihrer Einführung hat die Regierung einen Sozialpakt gekündigt: Leute, die von freier Bildung profitiert haben, müssen diese jetzt nicht mehr über ihre Steuern finanzieren.
Dagegen sind 38,90 Euro für das NRW-Ticket ein fairer Deal. Es gibt eine klare Gegenleistung, die nur durch die Masse der Studierenden so günstig zu bekommen ist. Versprechen wie „Wir wollen das NRW-Ticket als mögliche Zusatzoption ohne Zwang durchsetzen“ werden im Wahlkampf aufkommen. Versprechen, die realitätsfern sind: Es wird immer alle oder keiner heißen, auf alles andere lassen sich die Verkehrsverbände nicht ein.
Wer also gegen das NRW-Ticket antritt, kündigt auch einen Solidarpakt!
Das Prinzip Semesterticket, also die Bündelung vieler Einzelpersonen zu einem großen Kunden, ist ein richtiger und wichtiger Weg. Die Erweiterung auf das NRW-Ticket war die logische Konsequenz: Ökologisch, sozial, gut!





