Was früher ECE hieß, wandelte sich nun nach der Pleite wegen der fehlenden Ausschreibung des Verkaufes des städtischen Geländes in Handels- und Dienstleistungszentrum um. Dennoch machen vor allen Dingen CDU und FDP keinen Hehl daraus, dass sie ein Einkaufszentrum von ECE am Platz des ehemaligen Stadttheaters haben wollen.
Im Zusammenhang mit der Verabschiedung der Eckpunkte des europaweiten Vergabeverfahrens für dieses Handels- und Dienstleistungszentrums im Rat am 24.9.08 stellte Ratsherr Helmut Schaper für die LiLO - Linke Liste Mönchengladbach die Gründe für eine Ablehnung dieses Projektes dar.
Wir drucken nachstehend die Erklärung ab:
„Die Befürworter glauben mit ihren Vorstellungen für dieses Gelände, dass Ihnen damit der große Wurf gelingt. Wir hängen diesem Glauben nicht an. Seit dem Beschluss, das Stadttheater zu schließen, waren vor allen Dingen CDU und FDP von ihren Plänen für die weitere Nutzung unbedingt überzeugt. Genutzt hat es nichts.
Das Stadttheater als Spielort für Gambler wurde finanziell ein Desaster. Das Drei-Säulen-Modell, bestehend aus Handel, Gastronomie und Kultur, als Gegenentwurf zu dem Bürgerentscheid für den Erhalt des Stadttheaters: gescheitert. Diverse Ausschreibungen und Wettbewerbe: gescheitert.
Und alle Anzeichen sprechen dafür, dass das neue Konzept ebenfalls scheitern wird.
29.000 qm an dieser Stelle, im Verbund mit anderen Flächen sind 37.000 qm in einer Hand möglich, sind zu viel. Das Gutachten der Verwaltung weist einen Kaufkraftverlust von bis zu 15% in Rheydt und in den Bezirken aus. Die Folge wird die weitere Schließung von Geschäften in den Bezirken sein.
Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Herr Besten hat im Hauptausschuss erklärt, er würde mit diesem Projekt gern wieder die Leute, die früher hier auch eingekauft haben, zurückholen. Für ihn ist die Frage des Wegbleibens eine Frage des fehlenden Magnets an dieser Stelle.
Wir sehen hier andere Gründe. Erstens haben die Leute nicht mehr so viel Geld, um so zu konsumieren wie in den 80er/90er Jahren. Die BRD hat im achten Jahr hintereinander einen Reallohnverlust zu verzeichnen.
Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich, England, Irland usw. Das sehen auch diverse Geschäfte in unserer Stadt. Nachzulesen in der Begründung, warum Strauß mit einer Filiale aus Mönchengladbach weggeht. Nachzulesen in der Begründung, warum die Filiale von Wehmeyer in Rheydt eine von denen ist, die dicht macht.
Zweitens halten wir die Berechnung für den Kaufkraftsog aus dem Umfeld für falsch. Neuss plant ebenfalls für 2010 den Huma-Einkaufspark mit 40.000 qm. Duisburg hat gerade mit 57.000 qm eröffnet, Centro in Oberhausen erweitert auf 100.000 qm. Offen ist, ob Krefeld nicht auch noch ein Einkaufszentrum plant.
Und das bei Beibehaltung der eh schon stabilen Einkaufsgewohnheiten von Mönchengladbachern in Richtung Düsseldorf. Bei den Konstellationen wird nicht viel Kaufkraft von außerhalb in Mönchengladbach landen. Was bleibt, ist eine Verteilung der innerstädtischen Kaufkraft in Richtung neues Einkaufszentrum, was, wie dargestellt, zu weiteren Schließungen in Rheydt und in den Bezirken führen wird.
Wir halten eine Abkehr von der Oberzentrumsideologie für notwendig.
Unsere Vorstellung ist die Stärkung der vorhandenen Zentren in der Stadt. Eine Dezentralisierung. Dies könnte für den Standort Stadttheater folgendes bedeuten:
Gestaltung des Bereiches ehemaliges Schauspielhaus entsprechend der inhaltlichen Vorgaben des 3-Säulenmodells Handel, Gastronomie und Kultur. Offene Bauweise und Plätze zum Verweilen statt einseitige Ausrichtung nach innen in ein Center. Sozialverträglich gegenüber den anderen Stadtteilen ausgerichtete Verkaufsfläche, was aus unserer Sicht eine maximale Verkaufsfläche von 10.000 qm bedeuten würde. Einbeziehung aller Gruppen in die Vorplanung in Form eines Bürgermarktes mit Anwohnern, Händlern und Eigentümern, wie der Düsseldorfer Stadtplaner Dr. Bonin es anhand der Planung der Bilker Arkaden dargestellt hat.
Und es bedeutet weiter, gezielte Anstrengungen auch für die Stärkung anderer Stadtbezirke zu unternehmen. Speziell für Rheydt würde dies bedeuten, die eigenständigen Merkmale des Zentrums herauszuarbeiten und diese planerisch zu unterstützen und zu stärken, wie es zum Teil jetzt schon geplant wird, ferner ähnliche Überlegungen für die Zentren in den Bezirken anzustellen.
Diese Herangehensweise ist eine andere als die Stärkung eines Standortes mit der einkalkulierten Schwächung der anderen.
Die LiLO – Linke Liste Mönchengladbach wird der Vorlage der Verwaltung nicht zustimmen.“





