Zur Zeit läuft ein Straßenbauprojekt an, bei dem 700 Meter Straße vom Stapper Weg bis zur Duvenstraße laut Planung 19 Millionen EUR kosten. Die tatsächlichen Kosten werden nach Fertigstellung, wie bei allen Bauabschnitten des Mittleren Rings, noch höher liegen.
Ab 2011 sollen dann die nächsten 500 Meter von der Hubertusstraße bis zum Reststrauch gebaut werden. Ebenfalls Kosten im zweistelligen Millionenbereich. Die Begründung für dieses und auch andere Straßenbauprojekte ist immer die gleiche: Entlastung anderer Straßen vom Verkehr. Nur die wird es nicht geben, weil mit mehr Straßen der Individualverkehr nicht gedrosselt, sondern gefördert wird.
Um Probleme wie Belästigung durch Straßenverkehr wie auf der Steinsstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Dohler Straße, Geneickener Straße, Ruckes usw. zu lösen, helfen keine neuen Straßen. Notwendig wäre die Ersetzung der Autovorrangpolitik in unserer Stadt durch den Vorrang für den öffentlichen Personennahverkehr.
Mit dem Ausbau des ÖPNV z.B. durch kurze Fahrtakte von früh bis spät in der Nacht, günstige Tarife, Kundenfreundlichkeit und Barrierefreiheit und eigener Fahrspur für die Busse könnte ein Umsteigen vom Auto auf den Bus attraktiv werden. Dadurch würden sich die Fahrten mit dem PKW verringern.
Ein funktionstüchtiges und gut ausgeschildertes Radwegenetz, sichere Fahrradabstellplätze an Bahnhöfen und größeren ÖPNV-Haltestellen würden dazu führen, dass der Anteil der Radfahrer von derzeit 7,5% steigt und dadurch die Fahrten mit dem PKW ebenfalls reduziert würden.
Die Straße darf nicht von den schnellsten Verkehrsteilnehmern dominiert werden. Straße muss öffentlicher Raum werden mit Tempo 30 in allen Wohngebieten, verbreiterten Gehwegen, mehr Grün in den Straßen.
Eine solche nachhaltige Verkehrspolitik ist nicht von heute auf morgen zu verwirklichen. Aber wenn nicht heute damit begonnen wird, dann klagen wir in 30 Jahren noch viel stärker über Lärm, Luftverschmutzung, Feinstaub, Autounfälle und Kosten für den Straßenverkehr.
Was die Straßen uns kosten
Der Zeitwert der Straßen in Mönchengladbach beträgt derzeit 464 Millionen EUR. Für den Erhalt werden jährlich 22 Millionen benötigt. Gerade mal 1,6 Millionen EUR stehen im Haushalt dafür zur Verfügung. Das sind nur 7% des benötigten Bedarfes.
Der Kämmerer der Stadt Mönchengladbach, Herr Kuckels (FDP), hat als Zielrichtung für eine kostensparende Haushaltspolitik folgende Vorgabe gemacht: „Wir müssen deshalb verstärkt nach Wegen suchen, Investitionen dazu zu nutzen, ja gezielt darauf auszurichten, nicht neue Folgekosten auszulösen, sondern bisherige Folgekosten nachhaltig zu reduzieren.“
Also Herr Kuckels, fangen sie beim Straßenbau schon einmal an, indem sie ihn zugunsten von Maßnahmen zur Stärkung des ÖPNV stoppen!





